Schützenpanzerexamen!
4 Tage bei einem Mot.-Schützenzug im Norden der DDR
BMP 2 und BMP1
der wohl modernste Spz der NVA
Die Abkürzung BMP steht im Russischen für Боевая Машина Пехоты (Bojewaja Maschina Pjechoty) was soviel wie „Gefechtsfahrzeug der Infanterie“ bedeutet.
Volle Fahrt ins Übungsgelände.
Wo? Sand Meer, Kiefer Meer nichts Mehr!
Panzerexamen!
Langsam erhebt sich der Kommandant des Schützenpanzers aus dem Gras, schaut zu seinem Fahrer, nickt nach vorn zum Fahrzeug."Na alter Fahrerkönig! Dann wollen wir mal wieder." Der frohgelaunt Aufgeforderte stülpt sich lächelnd die Koppfhaube über, zwängt sich durch die Luke auf den hart gepolsterten Sitz."König ist gut"Fahrer und Kommandant-beide Unteroffiziere-sind ein eingespieltes Paar,arbeiten auf dem Schützenpanzer schon etliche Monate zusammen, und einer kennt den anderen. Zum team gehört aber auch der Richtlenkschütze, ein Gefreiter, ebenfgalls ein gestandener BMP-Spezialist. Von diesen drei "Genossen" hängt es wesentlich ab,wie ihr-Bojewaja Maschina Pechoty-(russisch Schützenpanzer) zum Einsatz kommt.Auch diese Bataillonsübung wollen sie gut überstehen .Dien ersten beiden Tage mit dem langen Marsch-( regelmäßige Alarmübung der NVA Regimenter, Fahrt aller Einheiten unter gefechtsmäßigen Bedingungen per Rad oder Kette in der Einsatzraum ca.250 bis 400 km)-über glatte Straßen und holprige Feldwege, das Eingraben, Tarnen und Aufmunitioniern, die zahlreichen Verteidigungsübungen ließen sich gut an.
Unvermittelt kommt für die Schützengruppe der Befehl absitzen
Heute nun heißt es, auf diesem Platz einen Gegenangriff zu trainieren.Mit ihrer geringen Bauhöhe von nicht einmal zwei Metern schmiegen sich sich förmlich den Konturen des Geländes an, ein Vorteil, der geschickt ausgenutzt wird, um den Gegner eien geringe Zielfläche zu bieten.Die schräge, geschoßabweisende Panzerung unterstüzt dieses Vorhaben.Eine Kombination zwischen leichtem Panzer und Schützenpanzerwagen-auf diese einfache Formel wird das moderne Gefechtsfahrzeug der mot Schützen gebracht. Es bietet den Soldaten eine noch bessere Ausrüstung in der Verteitigungsstellung und ermöglicht es ihnen, bei notwendigen Gegenangriffen mit den vorwärtsstürmenden eigenen Panzern jederzeit Schritt zu halten. Diese Mobilität, seine Ausstattung und seine Feuerkraft machen den BMP zu einem Spitzenerzeugniss. Aus dem hermetisch abgeriegeltem Fahrzeug kann die Besatzung selbst starken Waffen des Gegners Parolie bieten, verfügt sie doch neben dem 7,62mm Maschinengewehr über eine 73 mm Kanone sowie über Panzerabwehrlenkraketen.
Gegenangriff: absitzen und dann
Schützenkette-
An die drei kilometer liegen hinter dem Fahrzeug, als es ruckartig anhält und ein Befehl durch das Stahlgefährt dröhnt:"Gruppe! Mir nach!Schützenreihe vorwärts!" Nun wird es ernst für die Soldaten, die hinten beiderseitig im SPz sitzen. Der Kommandant wechselt seine role, amtiert nunmehr als Gruppenführer. Luken werden aufgerissen, noch benommen von der Schaukelei taumeln die Soldaten ins Freie, sammeln sich hinter dem SPz. Geruch von verbranntem Pulver und Dieselabgasen liegt in der Luft, leichter Wind verteilt feinen, Staub."Gruppe!Zur Schützenkette vorwärts!"Rechts und links von ihrem Fahrzeug schwärmen die Soldaten aus. Langsam folgt ihnen der SPz. Die Lücken zwischen den Männern beobachtet der Richtlenkschütze sorgsam. Es ist sein Schußsektor beim Vorgehen der Gruppe, er hat die Kämpfer, die an die 50-80 Meter vor ihm angreifen,mit seinem Turmwaffen zu schützen, ihnen Feuerunterstützung zu geben. Aber sein Blick geht auch immer wieder hinüber zum Gruppenführer. Der hat Mühe, in dem Trubel die richtige Gefechtsordung einzuhalten."Stellung!"Dieser Befehl zwingt die Soldaten aud die Erde. Die MPi-und MG-Schützen bekommen ihre Ziele zugewiesen. Dann geht es in Einzelsprüngen vorwärts. "Gegnerische"Panzerabwehrmittel werden gemeldet. Diesmal muß das7,62-mm-Maschinengewehr im Turm des SPz in aktion treten. Über Sprechfunk hat der Gruppenführer bereits anweisungen gegeben, er schaut zum BMP. Was ist da los? Längst hätte ein Feuerstoß kommen müssen,statt dessen nur ein kläglicher Schuß.Ladehemmung! Zweimal zwanzig sekundentaucht die gegnerische Panzerbüchse auf. Eien gefährliche Waffe, sie können Panzer oder Schützen vernichten. Er meldet den Ausfall dem Zugführer. Doch der hatte bereits die Situation erkannt, blitzschnell gehandelt, über Funk den anderen SPZ das Ziel zugewiesen.
Im Feuerschutz der Gefechtsfahrzeuge erfolgt die entfaltung zur Schützenkette
Über dem Gelände flimmert die warme Luft. Kraftfoll arbeitet der 6- Zylinder-Dieselmotor des BMP. Er verleiht dem SP gutes Anfahrvermögen, beschleunigt ihm schnell. Die Kraft, die das 228,9 KW(300PS) starke Triebwerk hergibt und der Kettenantrieb lassen den 13b t schweren BMP auch Hindernisse zügig überwinden. Der Richtlenkschütze erfaßt durch den schmalen winkelspiegel im Turm zwar nur einen kleinen Teil, doch er sieht das für die Besatzung Wichtige:plötzlich auftauchende Gräben,dann wieder versteckte Löcher. Und er denkt für den Fahrer mit, sitzt der doch ein "Stockwerk" tiefer als er selbst und kann die tückischen Hindernisse nicht immer zu erst entdecken."Nach links-Nach rüber"ruft er ihm über die Bordsprechanlage immer wieder zu. Der Fahrer kann sofort reagieren, mir der hydraulischen Schaltung den zweckmößigsten Gang einlegen, elegant die Löcher umkurven und so ein Festfahren vermeiden.Am Horizont hebn sich Ziele ab, SPW-Atrappen, verschwommen in ihren Umrissen. Eine erhält der Richtschütze zugewiesen. Entfernung, Windrichtung, Vorhaltemaß, Haltepunkt... Noch fährt der Schützenpanzer. Doch dann gebietet der Richtschütze:"Kurzer" Kurzer Halt bedeutet das-für den Fahrer das Kommando, den SPz zu stoppen. Behutsam tritt der Unteroff. die Kupplung, ganz langsam drückt er babei das Bremspedal herab. So vorsichtig geführt, rollt das Fahrzeug gemächlich noch 5-6 Meteraus ,bleibt dann stehen. Jetzt hat der Fahrer mitgedacht. Hätte er das Bremspedal kräftig getreten, so wäre das Fahrzeug zwar sofort stehengeblieben,aber es hätte noch einige Minuten tüchtig gewippt, und der Schütze hätte das Ziel aus den Augen verloren. Nur wenige Msekunden darf der SPz stehenbleiben, damit er vom Gegner nicht anvisiert werden kann. Fingerspitzen drehen am Richtmechanismus, der Daumen drückt ein Knöpfchen. Die Holladungsgranate spritzt aus der Glattrohrkanone, entfaltet die stabilisierungsflügel, zündet ihre zweite Ladung, faucht dem Ziel entgegen.ImKopfhörer des Richtlenkschützen knackt es. Panzerabwehrlenkrakete zum Abschuß vorbereiten. Eine Handbreit über der Kanone klappt der Gefreite die Strartvorrichtung herunter, schiebt den Flugkörper auf. Startkontrolle. Rotes Licht glimmt auf. Obwohl der SPz tüchtig schaukelt, hat er das Laden mit den ersten Handgriffen gepackt. Das Ziel wird zugewiesen. Der Gefreite erfasst es, ruft wiederum "kurzer".Feurkommando. Federleicht hebt die Rakete ab, zieht davon, markiert durch einen rotglühenden Schweif. Ein Steurerdraht, dünner als ein Wollfaden, hält kontakt mit dem Schützen im Turm. Er dirigiert die Rakete etwas tiefer,führt sie direkt ins Ziel.
Wasser-
Noch manche heiße Stunde bei der Verfolgung des Gegners,bei der Arbeit unter Schutzausrüstung erleben die Männer in und um den Schützenpanzer ehe am Abend das Bataillon allmählich zur ruhr kommt.Der nächste Tag sieht die Männer früh wieder emsig arbeiten. Ein Fluß ist zu überquern. Die SPZ haben ihen zu durchschwimmen, dastaktische Handeln der Truppe darf sich nicht allzulange verzögern. Auf Fähren oder Brücken muß verzichtet werden. Die Zeit drängt. 300Meter vor der Übersetzstelle verharen die SPZ im Wald. Für dei Wasserfahrt müssen die Fahrzeuge gründlich vorbereitet werden.
Der Kommantant überprüft noch einmal die Betriebssicherheit des funkgeräts nd der Bordsprechanlage, bringt außenbords die abschleppseile an, sihert sie, legt die Schwimmwesetn bereit. Funktioniern die Motorschutzventile? Sind die Kraftstoff-, Kühl- und Schmieranlagen dicht? Diese Kontrolle obliegt dem Fahrer. Der Richtlenkschütze überprüft mit dem Schreubendreher das zuverlässige abheben der Lenzventile, reinigt Wasserleitbleche vom gröbsten Schmutz. Alle Luken werden fest verriegelt, derLuftansaugstutzen ausgefahren, der Wellenabweiser angehoben, die Lenzpumpen eingeschaltet.
"Vorwärts" Die motoren heulen auf. der Reihe nach rollen die BMP ans Ufe r.Erneut wird hohe Lankkunst von Fahrer verlangt. Der Unteroffizier hat die optimale Motordrehzahl eingestellt, ist doch in den nächsten Minuten der Kühleffekt für das Triebwerk sehr gering. Er nimmt den zweiten Gang,wählt einen Orienttierungspunkt am jenseitigen Ufer, lenkt das Fahrzeug in den Fluß. Eine welle schwappt an den Turm. Dann stabilisiert sich der BMP, gleitet der Strommitte. Gleichmäßig zeihen die Gleisketten ihre Runden. Sie sind es , die den Schützenpanzer vorwärtstreiben. Das Wasser wird-ähnlich dem Schaufelradantrieb-nach hinten gedrückt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Wasserleitbleche, eine beiderseits hinten an der Kettenabdeckung angebrachte Leiteinrichtung.Rund 7 km/h bewegt sich so der SPz.Alles Dicht? Kein wassereinbruch?"links halten"-"noch mehr" Hinweise von Kommandanten. Die Strömung drückt, also muß oberstrom gefahren werden, leicht schräg zur Trasse. Deshalb bremst der Fahrer immer wieder die eine Kette. Das Ufer ist in einem Winkel von 90Grad anzusteuern, um sofort Boden fassen und hochklettern zu können.Nicht nur das jenseitige Ufer hat der Kommandant zu beobachten, auch das Geschehen ringrum darf ihn micht entgehen, schwimmen doch gleichzeitig mehrere SPz dem gleichen Ziel entgegen. Und so übersieht er auch nicht, daß links von ihm plötzlich ein SPz auf sie zu treibt, offenbar steuerlos. Kein Wasser quirlt am Heck, wahrscheinlich ein Defeckt am Motor. Sofort macht er den Faher aufmerksam. Der reagiert ohne zu zögern. Drei Meter vom Heck entfernt treibt der handlungsunfähige SPz vorbei. Noch wenige Meter bis zum Ufer. Ganz im rechten Winkel kann es der Fahrer nun nicht mehr ansteuern. Ea passiert es schon!
Der BMP dreht sich im Uferschlam, gequält heult der Motor auf. Schnell lenkt der Fahrer gegen. Wie von Fesseln befreit, stürmt der Schützenpanzer weiter ."Na also" "Bist eben ein alter Hase"
...........und wenn Sie nicht Reservist der Bundeswehr geworden sind fahren sie nun keinen SPz mehr!!!!
oder doch??
Es gibt Dinge die gibt es nicht.Um den SPW 70 richtig zu fahren, braucht man schon einige Tricks.Ist für ein 7.5 Meter langes Fahrzeug wirklich alles voraussehbar?
Zwei Achtzylinder Motoren mit je 90 kw bringen den SPW auf der Straße auf 80 km/h. Doch im Gefecht geht es nun mal querfeldein, Schlamm und Geröll sind noch das Geringste. Die Gefechtsordnung kann auch vor einer sumpfigen Wiese nicht ausweichen. Ebenso dürfen Bahndämme, Böschungen und Deiche den Angriff nicht aufhalten. Detoniernde Granaten reißen Löcher. Sprengungen haben die Erde aufgerissen. Aber der SPW muß so gefahren werden, daß mit seiner Turmbewaffnung, dem 14.5mm - MG (KPWT) und dem 7,62mm - MG (PKT) treffsicheres Schießen möglich ist.
Von seiner Konstruktion her ist er für diese Einsatzbedingungen gewachsen.
Reifendruckregelungsanlage, verringerter Druck in den Reifen verbessert die Geländegängigkeit. Selbst bei beschädigten Reifen ist die Weiterfahrt möglich, wenn der Druckverlust nicht die Leistung des Kompressors übersteigt. Fällt ein Motor aus, kann mit dem zweiten weitergefahren werden, da die Kraftübertragung getrennt verläuft. Das Drehmoment des rechten Motors auf die Räder der ersten und dritten Achse, das des linken auf die Räder der zweiten und vierten Achse.Das Fahrwerk ist so ausgelegt, daß er bis zu zwei Meter breite Rinnen und andere Vertiefungen zu überfahren vermag, Querlagen bis zu 25% verkraftet und Steigungen bis zu 30% mühelos meistert. Auch auf dem Wasser hat er sich bewährt. Von seinem Wasserstrahltriebwerk geschoben, bewältigt er in knapp drei Minuten einen 300m breiten Fluß.
Nachtsichtgerät für Fahrer und Kommandanten ermöglicht eine Fahrt bei abgeschalteten Licht.Bei Steigung rechtzeitig und viel Schalten, damit die Motoren genügend Kühlung erhalten. Steigungen mit viel Schwung nehmen und bei langem Anstiegen frühzeitig herunterschalten. Auch scharfes Fahren in flachem Gelände führt bald zu Überhitzungen. Ist der Boden vor Steigungen locker, dem Reifeninnendruck reduziern. Gleiches bei Schlamm und sumpfigen Boden, und zwar bevor man diese Geländeabschnitte befährt. Ein SPW der schon aufsitzt, ist nicht mehr wegzubewegen. Wird geschossen, den SPW so ruhig wie möglich halten.
Blick zum Komandatenplatz
"Ohne uns geht es nicht".
Die mot.Schützen brauchen einsatzbereite Gefechtsfahrzeuge. Sie würden das Gefecht sonst nicht durchstehen.