Dabei gewesen ? Meldet euch doch im Forum zu Wort.
Man sollte lernen sich zu Erinnern -ohne Hass und Verbitterung-
sonst haben die Bössen gewonnen !
Die NVA war von 1956 bis 1990 die Armee der DDR, sie bestand aus drei Teilstreitkräfte von denen die Landstreitkräfte zahlenmäßig die Stärkste war.
Über 3 Millionen ostdeutsche Männer durchliefen die NVA als Wehrpfichtige oder zur vermeidung von Nachteilen im beruflichen oder privaten Leben als Längerdienende.
Einige waren mit Leib und Seele Krieger und manch einer gläubiger Kommunist.
Mit großen Einschrängkungen der persönlichen Freiheit und aus heutiger Sicht, oft unter erniedrigenden Lebens und Ausbildungsbedingungen.
Für viele war es in erster Linie -Wehrpflicht- also ein Dienst am Vaterland und nicht am Sozialismus, welcher durchaus noch heute Spuren sichtbar macht.
Von den meisten unbeteiligten kaum beachtet!
Generell gilt die in der deutschen Armee NVA geleistete Dienstzeit als gedient in "fremden Heeren".
Den Ehemaligen Armeeangehörigen ist es verboten in der BRD ihren letzten Dienstgrad mit dem Anhang "a.D."(auser Dienst) zu führen.
Die Bundeswehr verweigert Ihnen den Reservistenstatus.
Der Verband der Bundeswehrreservisten betrachtet sie als soganannte " Förderer" mit eingeschränkten Rechten(Uniformverbot,Verbot von Leitungsfunktionen usw.)
NVA Soldaten stehen somit unter Generalverdacht.
Eine Praxis die als Diskriminierung angesehen werden kann.
Gründung:Die Gründung der NVA am 1.März 1956, zeitlich nach der Bundeswehr, war der Schlusspunkt einer Entwicklung, die 1952 mit der Proklamation der Nationalen Streitkräfte begonnen hatte und in deren Verlauf vor allem die Kasernierte Volkspolizei (KVP) sowie Grundstrukturen einer Militärorganisation aufgebaut worden waren. Dieser Aufbau vollzog sich im Rahmen des Warschauer Vertrags und unter Anleitung der Sowjetunion.
Bis 1962 war die NVA eine Freiwilligenarmee.Nach Einführung der Wehrpflicht lag die Personalstärke bei ca.170000 Soldaten.Durch die Politische Hauptverwaltung (PHV) in der Armee sicherte die SED ihre führende Rolle. Die überwigende Zahl der Offiziere waren auch Mitglieder der SED.Die NVA war ein Instrument welches die soz.Erungenschaften schützen und sichern sollte. In der Propaganda diente sie für die Verteidigung der DDR und anderen soz.Staaten und gegen die imperialistischen Aggresion.Das allgemeine Wehrpflichtgesetz vom 12.Januar 1962 sah einen Grundwehrdienst vom 18 Monaten vor.
Es wurde nahezu jeder Mann vom 18.bis zum 26.Lebensjahr eingezogen, und es konnten ungediente Männer bis zum 36 Lebensjahr zum Wehrdienst eingezogen werden. Alternativ zur NVA war auch ein Wehrdienst bei den Grenztruppen, den Kasernierten Einheiten der Volkspolizei (Bereitschaftspolizei) und dem Wachregiment des MfS möglich.
Auf Drängen der Kirchen wurde 1964 innerhalb der NVA die so genannten Baueinheiten geschaffen, in denen eine ableistung des Wehrdienstes ohne Waffen als Bausoldat (Spatentruppe-kleiner Spaten auf den Schulterstück-) erfolgte. Wer sich für diesen Dienst entschied musste mit vielerlei Represalien rechnen.
Längerdienende konnten Laufbahnen als Unteroffizier auf Zeit (3 Jahre) Berufsunteroffizier (10 Jahre) Fähnrich (seit 1973 15 Jahre) Offizier auf Zeit (3-später 4 Jahre) oder Berufsoffizeir (25 Jahre) einschlagen.
In den fahrenden Einheiten der Volksmarine war die Dienstzeit für Matrosen 3 Jahre und für Maate 4 Jahre sowie bei fallschirmspringenden Einheiten 3 Jahre. Dies waren in der Regel freiwillige Soldaten auf Zeit. Frauen konnten freiwillig die meisten Laufbahnen als Unteroffizier auf Zeit, Berufsunteroffizier, Fährich oder ab 1984 als Berufsoffizier einschlagen. In der Regel betraf das die Rückwärtigen und Medizischen Dienst.
Dem Ministerium für Nationale Verteitigung (MfNV) in Strausberg waren untergeordnet:
-das Kommando der Grenztruppen der DDR (KdoGT) Pätz bei Königs Wusterhausen-das Kommando Volksmarine (KodVM) Rostock-das Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteitigung (KdoLSK/LV) Strausberg-das Kommando Landstreitkräfte (KdoLaSK) Geltow bei Potsdam
Die Volksmarine der NVA,
war hauptsächlich dafür geeignet, in den begrenzten Gewässern der Ostsee und teilweise der Nordsee zu handeln. Ihre Kräfte waren ausreichend, um gemeinsam mit den verbündeten Ostseeflotten, die Ostsee zu sichern und die Zugänge zur Ostsee von der Nordsee aus zu sperren und im begrenzten Maße Handlungen durchzuführen.Diese Teilstreitkraft war im Ostseeraum, gemeinsam mit der baltischen Flotte die modernste Teilstreitkraft der NVA.
Sie gliederte sich in die:
-1.Flottille in Peenemünde(U-Jagdschiffe,Räumboote, Seelandungsschiffbrigande mit 12 Landungsschiffen)-4 Flottille in Rostock-Markgrafenheide(Flottenbasis, kleine Fregatten und U-Jäger)-6.Flottille in Dranske-Burg auf Rügen(Raketenschnellbote und Torpedoschnellboote, die schnellsten Boote auf der Ostsee-reine DDR Produktion)-Grenzbrigade Küste in Rostock(diverse Bootseinheiten, Grenzsicherungsboote, Räumboote und U-Jäger entlang der gesamten Seegrenze der DDR)-Offiziershochschule in Stralsund-Flottenschule in Parow-Marinefliegergeschwader in Rostock Laage(Su-22)-Marinehubschraubergeschwader 18 in Parow(Mi 8, Mi 14)-Küstenraketenregiment in Rostock Gelbensandeund viele anderen Einheiten
Die Luftstreitkräfte der NVA,
waren in Luftverteidigungsdivisionen gegliedert. Diese bestanden aus Luftverteidigungskräften und vereinten fliegerischen Einheiten und Einheiten der Luftabwehr auf der Basis von Raketen, zur Vernichtung von Flugzielen und den Truppenteilen und Verbänden der Jagdfliegerkräften,Bomberkräfte und Transportfliegerkräften(incl.Luftbildstaffel).Das Führungsorgan der Front-u.Millitärtransportfliegerkräfte (FMTFK) in Strausberg. Die Luftverteidigungsdivision (1.LVD Cottbus) war für den Süden der damaligen DDR zuständig. Die 3 LVD Trollenhagen (Neubrandenburg) für den Norden. Auch die Luftstreitkräfte besaßen eine Offiziersschule (Kamenz/Bautzen) mit dem Flugplatz Rothenburg) die die Grundlage für die 2. LVD bildete sowie eine Unteroffiziersschule in Bad Düben.
Weitere bewaffnete Gruppierungen.
Die Volkspolizei für die Innere Ordnung und Sicherheit, mit der Schutzpolizei, der Kriminalpolizei, dem Munitionsbergungsdienst,Transportpolizei, Hafen oder Seepolizei.Als militärisch anzusehen war die Volkspolizeibereitschaft.Das Ministerium für Staatssicherheit(Mfs).
Die Grenztruppen der der DDR.
Sie wurden bei Zeiten von der NVA abgenabelt und gehörten offiziell nicht zur NVA. Dadurch konnte bei intern. Verhandlungen die Stärke der Grenztruppen der DDR aus der NVA herausgelöst werden und somit sank die Personenzahl, die offiziell der NVA angehörten. Wirtsaftlich und auch in vielen Kommandostrukturen waren die Grenztruppen aber mit der NVA sehr stark verwoben. Ohne die NVA hätte nämlich dafür eine vollständige, eigeständige Führungs und Logistikschiene für die Grenztruppen aufgebaut werden müssen. Die Grenztruppen waren in Grenzregimenter aufgeteilt. Je nach Lage und Besonderheit des zu sichernden Territoriums, waren die Grenzabschnitte sehr groß oder auch wesentlich kleiner. Die Grenztruppen waren durchaus eine schlagkräftige Truppe, bei der auch eine recht hohe artilleristische Komponente, schon durch die Grenzartillerieregimenter, vorhanden war. Die Bewaffnung der Grenztruppen war als leichter, infanteristischer Verband einzuschätzen. Die Offiziersschule der Grenztruppen lag in Plauen später in Suhl.
Sie waren gegliedert in:-Grenzkommando Süd (GKS)-Erfurt-Grenzkommando Mitte(GKM)-Berlin Karlshorst-Grenzkommando Nord (GKN)-Stendal-Grenzbrigade Küste (GBrK)-Rostock-Grenzabschnitt Volksrepublik Polen (GAVRP)-Frankfurt/Oder-Grenzabschnitkommando CSSR-Pirna
Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse(KGA).
Sie waren Formationen, die innerhalb der zivilen Betriebe und Einrichtungen, sowie LPG`s, Instituten, Lehreinrichtungen aus Reservisten der NVA gwbildet wurden. Die Ausbildung der KGA geschah durch Kräfte der Volkspolizei. Ausgebildet wurde an Wochenenden. Die Waffen waren eingelagert in den Betrieben oder in militärischen Einrichtungen, die in der Nähe lagen. Die Sicherungkräfte hatten die Aufgabe Ihre Betriebe oder Einrichtungen oder wichtige Objekte vor Luftangriffen, Diversionseinsätzen und im schlimmsten Fall auch gegen angreifende militärische Einheiten des Gegners zu verteidigen. Diese Objekte wurden im Ministerium für Nationale Verteidigung in Abstimmung mit den Bezirkseinsatzleitungen der SED festgelegt. Schon in Friedenszeiten war ganz klar geregelt mit welchen Kräften und Mitteln das jeweilige Objekt zu sichern ist und welche Einheit diese Kräfte, bis wann, die Sicherung zu gewährleisten haben. Die Kampfkräfte der KGA hatten die Aufgabe, auf Anforderung Abschnitte zu besetzen und zu sichern. Sie wurden auch ausgebildet um im Vorfeld von wichtigen Objekten durch motorisierte Streifen, Fußstreifen oder Hinterhalte Gegner aufzuspüren, fest zunehmen oder zu vernichten. Der Feldwachdienst gehörte genauso zur Ausbildung wie die Abwehr von durchgebrochenen, gepanzerten Kräften des Gegners. Hierzu standen den KGA verschiedene Panzerabwehrwaffen zur Verfügung.
Die Landstreitkräfte der NVA,
waren die personell und waffentechnisch stärkste Kampfmacht auf dem Territorium der damaligen DDR. Ihre Verbände, Truppenteile, Einrichtungen und Einheiten waren über die ganze DDR verteilt. Das höchste Führungsorgan dieser Teilstreitkraft war das Kommando LaSK in Potsdam. Dem Kommando unterstanden eine reihe von Truppenteilen und Einheiten direkt. Diese Truppen erkannte man daran, dass in ihrer taktischen Nummer die Zahl 40 vorkam.(Bei der Marine war das die 18, bei Einheiten die dem Ministerium für Nationale Verteidigung direkt unterstanden die 2, bei den Luftstreitkräften die 14, 24 oder 34).Zu diesen direkt unterstellten Einheiten gehörte als einzige Kampftruppe das FJB-40 später dann LStR-40. Da Artillerieeinheiten zur Kampfunterstützungstruppe zählen, hatte die 40. AriBrig. einen hohen Kampfwert. Dieses Kommando ist eine Bsonderheit in der deutschen Militärgeschichte. Normalerweise werden Armeen direkt von der obersten Führung, dem Generalstab (DDR-Hauptstab) geführt. In der DDR war dies anders. Die LaSK bestand aus zwei Militärbezirken (MB) die je einem Armeekorps entsprechen.
Der MB-3 im Süden der DDR hatte sein Führungsorgan in Leipzig.
Der Stab des MB-5 war im Norden(Neubrandenburg)
Jeder MB hatte ebenfalls wieder direkt unterstellte Einheiten und je 3 Divisionen. Jeder MB hatte als direkt unterstellte Einheiten eine Raketenbrigade, eine Geschosswerferabteilungen, eine Panzerjägerabteilung, ein FlaRakReg, ein Kampfhubschraubergeschwader, eine Spezialaufklärungskompanie(Fallschirmspringer)
ein PionierbrückenbauReg., ein Pionierreg. und diverse Nachrichten und Funkaufklärungseinheiten und ein Bat. Funk-Elektroischer Kampf.
Beim MB 5 waren dies die 8. MotSchützendivisionen (MSD) in Schwerin . In MeckPom die 9. Panzerdivision(PD) um Eggesin herum und die 1.MSD um Berlin.
Diese MSD hatte andere Aufgaben somit auch eine andere Struktur als die sonst üblichen MSD`s der NVA. Sie hatte z.B.Flammwerferzüge.
Der MB-3 besaß ebenfalls direkt unterstellte Einheiten (wie MB-5) und drei Divisionen. Die 4.MSD in Thüringen(Erfurt), die 7 PD in Sachsen (Dresden) und die 11.MSD in Sachsen-Anhalt (Halle).
Jede Division hatte 3 Strukturregimenter, also jede MSD hatte 3 MSR und ein Panzerregiment.
Umgekehrt bei den Panzerdivisionen. Also drei PR und eine MSR.Die MSR der PD waren immer mit BMP (sowjet.Motschützenpanzer) ausgerüstet .
Jede MSD hatte ein MSR, das mit BMP ausgerüstet war.
Wie das Motschützen Reginemt 9 Rudolf Renner in Drögeheide
Die anderen MSR waren mit 8-Rad SPW ausgerüstet. Dabei überwog der SPW-70.
Die PD`s hatten den T 72.
Das PR der MSD hatte den T-55A zum Ende der DDR den T-72.
In jeder Division gab es auserdem ein Artillerieregiment (AR), welches die Bezeichnung der Division trug und mit SFL-H 122mm und 152mm ausgerüstet. Auch alle anderen Divisionseinheiten trugen die Divisionsnummer. Dies waren ein FlaRakReg (System KUP), ein PionierBat., eine Panzerjäger Abteilung, eine Geschosswerfer Abt., ein Bat. Chem-Abw., ein Instbat. und ein Bat.Mat-Sicherst..Der Gesamtbestand einer MSD belief sich etwa auf 17000 Mann aller Dienstgradgruppen.211 Kampfpanzer, 350 SPW, 150 SPz BMP, 204 Arie-Systeme 120mm, 108 Systeme von Panzerabwehrlenkraketen, diverse Rohre Panzerjäger (T-100) und diverse kleinere Panzerabwerwaffen wie SPG-9.
Die Offiziersausbildung erfolgte in den Offiziershochschulen
-der Landstreitkräfte in Löbau und Zittau-der Luftstreitkräfte/Luftverteitigung in Kamenz-der Volksmariene in Stralsund-der Grenztruppen in Plauen später Suhl
Die Ausbildung der Führungskader ab Regiment aufwärz erfolgte an:
-der Millitärakadamie "Friedrich Engels"der NVA in Dresden-ein nicht unbedeutender Teil der Führungskräfte der NVA absolvierte sowjetische Millitärakademien,Millitärhochschulen bzw. ähnlichen Einrichtungen.
Die NVA war stets mit den Truppen der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland(GSSD)verzahnt.Die Strukturen und Ausrüstung, Fahrzeuge und Kampftechnik waren weitgehend sowjetischen Ursprungs und die NVA arbeitete in Führungs- und Mobilmachungsfragen eng mit den Stäben der Sowjetunion zusammen.
Die NVA unterhielt einen eigenen Auslandsnachrichtendienst (zuletzt Bereich Aufklärung) der vorwiegend in der BRD tätig war. Dieser Geheimdienst der NVA war vom MfS (Stasi) formell unabhängig, stand jedoch -wie die gesamte NVA- unter Kontrolle der Hauptabteilung 1 des MfS (Millitärabwehr)
(in der NVA bekannt als Verwaltung 2000)
1990 wurde die NVA unter Führung eines bekennenden Pazifisten Herrn Eppelmann, aufgelöst und Standorte, Einrichtungen, Ausrüstung an die Bundeswehr übergeben. Die meisten Standorte wurden geschlossen und die Ausrüstung zum teil an andere Staaten verkauft. Ein großteil des Unteroffiziers-Kops sowie nahezu das gesamte Offiziers-Korps wurden aus dem Armeedienst entlassen und die in die Bundeswehr übernommenen NVA-Angehörigen dabei in der Regel um einen Dienstgrad heruntergesetzt.
Bergepanzer T55A in Neiden - Torgau 2004